BRUNNENHAUS

 Im Brunnenhaus befindet sich der Brunnen der Burg. Hier hat man sich in einem Durchmesser von etwa zweieinhalb durch den Fels gearbeitet, bis man auf den Grundwasserspiegel der Altmühl gestoßen war. Das Wasser wurde mit Hilfe eines Tretrades in Eimern emporgefördert. Wie wichtig die Wasserversorgung auf einer Burg war beweist die Geschichte: Im Jahr 1631 als die Schweden Burg Pappenheim belagerten, waren es die Treffer von Kanonenkugeln im Brunnenhaus mit darauf folgendem Einsturz des Gewölbes mit Zerstörung des Tretrades, die die Pappenheimer Besatzung zur Kapitulation zwang. Heute ist der Brunnen, nach umfangreichen Ausschachtungsarbeiten, wieder ca. 50 Meter tief.

PALAS

 Vom Palas der Hauptburg stehen heute noch das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss, wie auch Teile des 2. Obergeschosses.

Über dem Erdgeschoss, das talseitig fensterlos ist erhoben sich alten Ansichten zufolge ehedem drei Obergeschosse. Sie erreichten fast die Höhe des Bergfrieds und müssen von imponierender Fernwirkung gewesen sein.

Die Tonnengewölbe des Erdgeschosses bargen verschiedene Wirtschaftsräume, über welchen sich in einem der Obergeschosse der große Saal erstreckte, dessen Wände alten Quellen zufolge mit in Stein gehauenen Figuren geschmückt waren.

Zusätzliche Bauten nach Nordosten zu mit Fachwerkgeschossen, ein gedeckter Außengang („die Hohen Lauben“), großzügige Befensterung und Erkervorbauten zeigen, dass es sich hier hauptsächlich um Wohn- und Wirtschaftsgebäude gehandelt hat. Man bedenke, dass zeitweise bis zu 4 Linien der Familie auf der Burg lebten.

EHEM. GEORGSKAPELLE

Von der mit dem Palas verbundenen ehem. Burgkapelle steht noch die Ostwand mit der romanischen Apsis und die Teile der Süd- und Nordwand.

Sie war ursprünglich angeblich dem Hl. Blasius geweiht, wurde später jedoch zu einer Georgskapelle umgewidmet, denn der Drachenritter galt weithin als Schutzpatron von Adel und Rittertum.

In Ihrem Inneren wurde lange der berühmte St. Jörgen-Daumen aufbewahrt und als Reliquie verehrt – den der Heilige einem Vorfahren in der Nacht vor der Schlacht von Lauingen übergeben haben soll – bis ihn sich Kaiser Ferdinand II. 1623 von Marschall Gottfried Heinrich zu Pappenheim als Geschenk ausbat, um ihn in seine Reliquiensammlung einzuverleiben. Damit verliert sich seine Spur.

Noch heute ist zu erkennen, dass sich unter der Kapelle ein weiterer, steingemauerter Raum mit gleichem Grundriss befunden hat. Er war offenbar zweischiffig, kaum mannshoch und von einem Kreuzgewölbe auf Mittelstützen überspannt. Dabei dürfte es sich um das sog. Geheime Gewölbe gehandelt haben, in dem Urkunden, Familiendokumente und Wertsachen aufbewahrt wurde.

BERGFRIED

Wer sich vor den Stufen nicht scheut, dem bietet sich vom Bergfried aus ein wunderschöner Blick in die bezaubernde Landschaft und über die Altstadt Pappenheims. Die aufwändige Buckelquaderung des staufischen Bergfrieds entstammt vermutlich der Regierungszeit Marschall Heinrichs zu Pappenheim genannt Testa, des großen Heerführers Heinrichs VI. Das mit bis zu 4 Meter dicken Mauern imposante Bauwerk, ohne jegliche Fenster aber mit ehedem mehreren Geschossen im Inneren, gehört zu den schönsten staufischen Bergfrieden in Europa.